brautkleider
 
 
Brautschleier
Der Brautschleier, der meist aus zarter Spitze und durchscheinendem Tüll besteht, symbolisierte von jeher die Unberührtheit und Unschuld. Das Gesicht der Braut blieb hinter dem Schleier vor Blicken der Neugier - und ganz besonders vor dem bösen Blick an sich – geschützt.

Heutzutage haben Sie bei den Schleiern eine große Auswahl: Es gibt ganz kurze Varianten oder aber auch meterlange Schleier, die wie eine Schleppe hinterm Brautkleid hängen. Einige Modelle sind ganz schlicht aus Tüll gehalten, andere bestehen aus feinster Spitze und sind mit edlen Stickereien, Strass-Steinen, Diamanten oder Perlen-Besatz versehen. Die Hauptsache ist, dass der Schleier perfekt zu Ihnen und Ihrem Brautkleid passt und damit harmoniert.

Früher wurde der Brautschleier übrigens erst nach der offiziellen Vermählung gelüftet und die Braut offenbarte ihrem Ehemann und den Hochzeitsgästen ihr Gesicht. Das Lüften des Schleiers weist auch einen erotischen Zusammenhang auf. – Die Braut signalisierte ihrem Gatten damit ihre Hingabe.
Brauchtum und Sitten rund um den Schleier
Wie um viele andere Bestandteile und Gepflogenheiten einer traditionellen Hochzeit gibt es auch in Bezug auf den Brautschleier verschiedene Bräuche und Vorgaben. – So darf die Braut den Schleier erst an eine andere Frau abgeben, wenn sie offiziell verheiratet ist. Vor der Vermählung darf der Schleier von niemandem außer ihr getragen werden. Wenn eine ihrer Freundinnen den Brautschleier aufsetzt, wird diese dem Volksglauben nach den Bräutigam verführen.

In ländlichen Gebieten von Süditalien und bei jüdischen Hochzeiten ist es oftmals noch heutzutage üblich, dass das Brautpaar gemeinsam unter dem Schleier geht.

In Deutschland wird der Brautschleier meist um Mitternacht abgenommen. Trauzeugen oder Nachbarn nehmen den Schleier und halten ihn wie ein Dach über dem Brautpaar. Das Brautpaar beginnt nun unter dem Schleier zu tanzen. Wer ein Tänzchen mit der Braut oder dem Bräutigam wagen möchte, schmeißt Geld oben in den Schleier und löst den aktuellen Tanzpartner ab. Es werden immer nur einige Drehungen getanzt, bis zum Partnerwechsel. Das Spiel geht solange weiter, bis alle Tanzwilligen getanzt haben.

Es gibt auch den Brauch, dass die Braut gegen Mitternacht mit verbundenen Augen auf die Tanzfläche geführt wird und dort zu tanzen beginnt. Während des Tanzes verstummt die Musik plötzlich und alle weiblichen Gäste, die noch nicht verheiratet sind, eilen auf die Tanzfläche und versuchen sich den Schleier zu schnappen. Der Schleier soll auf der einen Seite Glück bringen und auf der anderen Seite heißt es, dass die Frau, welche das erste Stück vom Schleier bekommt, dazu auserkoren ist noch im selben Jahr zu heiraten. Von dieser Sitte gibt es auch noch eine Abwandlung. – Dabei werden der Braut ebenfalls die Augen verbunden und der Schleier abgenommen. Nun geht es wieder auf die Tanzfläche. Die Braut hält den Schleier in Händen, während die unverheirateten weiblichen Gäste um sie herumtanzen. Sie versucht jetzt einer der Damen den Schleier aufzusetzen, die dann die nächste Braut sein wird.

Tipp: Statt des Originalschleiers können Sie für den Schleiertanz oder ähnliche Bräuche auch ein Stück Gardinenstoff verwenden, damit das gute Stück keinen Schaden nimmt.