brautkleider
 
 
Heiraten
Ursprünglich wurde das Wort „Heirat“ auch für „Hausbesorgung“ verwendet. „Heirat“ ist ein zusammengesetzter Begriff aus „Hei“ und „Rat“, wobei letzteres früher für die Beschreibung des „Gesamtbedarfs an Kleidung, Nahrung und weiteren lebenswichtigen Dingen“ verwendet wurde. Die Silbe „Hei“ hat seinen Ursprung im „keien“ oder „geheien“ – Ausdrücke, die wir heute nicht mehr kennen. „Geheien“ stützt sich auf die indogermanische Wurzel „kei-“, was „liegen“ bedeutet. Im Althochdeutschen gab es den Begriff „kehigan“, was übertragen nichts anders meinte, als Geschlechtsverkehr haben.
Hochzeit
Das Wort Hochzeit war nicht immer synonym für eine Vermählung. In früheren Zeiten wurde mit dem Ausdruck Hochzeit eine hohe, festliche Zeit mit überwiegend geistlichem Hintergrund umschrieben. – Zu den vier Hochzeiten des Jahres galten Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und Weihnachten. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Wort Hochzeit dann zum uns heute bekannten Begriff.
Stille und blinde Hochzeit
Unter einer stillen Hochzeit verstand man früher eine Heirat im engsten Familienkreis. Im Gegensatz dazu beschrieb der Ausdruck der blinden Hochzeit damals eine Heirat zwischen armen Leuten, die ohne jegliche Feier stattfand.
Ehe
Der Ausdruck Ehe basiert auf dem altdeutschen Begriff „ewa“, der wie das lateinische Wort „aevum“ Ewigkeit und ein ewig gültiges Gesetz beschreibt. Ungefähr um das Jahr 1000 wurde Ehe dann erstmals entsprechend unseres heutigen Verständnisses eingesetzt, wobei darunter in erster Linie der heilige Bund fürs Leben vor Gott verstanden wurde. Heirat war jedoch bei weitem häufiger gebrauchte, weltliche Ausdruck für die Vermählung.
Ehe vollziehen
Heute ist nur noch selten die Rede davon, dass die Ehe vollzogen wird. - Der Ausdruck „die Ehe vollziehen“ begründet sich auf dem germanischen Recht, das besagte, dass nicht die Trauung, sondern der erste Beischlaf des Paares die Eheschließung rechtsmäßig besiegelte.