
Der Ausdruck „Hochzeitsnacht“ ist noch nicht sehr alt. Bis zum 20. Jahrhundert wurde nur der Begriff „Brautnacht“ verwendet, wobei dieser nicht exakt das Gleiche beschrieb. – Die Brautnacht war die Nacht, in der die Ehe vollzogen wurde.
Bei der Brautnacht musste es sich nicht um die Nacht nach dem Hochzeitstag handeln. In einigen Gebieten von Deutschland war der Beischlaf in der Hochzeitsnacht aus Sicherheitsgründen sogar verboten. Damals bestand nämlich der Volksglaube, dass frisch vermählte Männer, sich durch die Erfüllung ihrer ehelichen Pflichten der Bedrohung böser Geister aussetzen würden. Im Mittelalter war es deshalb Sitte, dass der Brautführer und die Brautjungfern die ersten drei Nächte nach der Hochzeit im gleichen Bett mit dem Brautpaar verbrachten, um Schlimmstes zu verhindern.