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Heiraten bei den Massai
Der Auftakt einer traditionellen Massai-Hochzeit ist für Europäer eher ungewöhnlich und wenig appetitlich: Die junge Braut wird vom Brautvater oder einem anderen älteren Stammesmitglied mit einem Segen versehen, dazu wird Milch auf Kopf und Brust der Frau gespuckt, begleitet von den Worten: „Möge Gott Dir viele Kinder schenken.“ Manchmal wird die Braut zur Segnung auch vorher mit Ocker und Schaffett eingeschmiert und anschließend mit Honigbier bespritzt.
Nachdem die Braut den Segen erhalten hat, macht sie sich auf den Weg zur Hütte ihres Bräutigams. Während dieses Ganges darf sie sich nicht umdrehen, da sie sonst dem Glauben nach zu Stein erstarren würde. Steine und Blätter, die ihr im Weg liegen, werden von Freunden des Paares zur Seite geräumt. Wenn die Frau näher an die Hütte des Bräutigams kommt, hat die Fürsorge jedoch plötzlich ein Ende. - Die weiblichen Verwandte des Mannes fangen an die Braut wüst zu beschimpfen: „Wir haben noch nie so eine hässliche Frau gesehen…“ - „Diebin!“ – „Schafft ein Brandeisen herbei!“ Gelegentlich kommt es dabei auch vor, dass die Braut mit Kuhdung beschmiert wird. Die Art und Weise, wie die Frau darauf reagiert, soll zeigen, wie sie mit Herausforderungen in der Ehe klarkommen wird.
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