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Die Braut ist weg - Ursprünge der Brautentführung
Die Hochzeitsfeier ist gerade im vollen Gange und plötzlich spricht ein guter Freund den fröhlichen Bräutigam an, der gerade in eine Gespräch vertieft ist: „Sag mal, wo ist eigentlich deine Ehefrau???“ Der Fall ist nach kurzem Blick in das Gesicht des Freundes klar – man hat die Braut entführt – ein durchaus üblicher Brauch, der in der Regel den beteiligten „Entführern“ einige Freibier und dem frischgebackenem Bräutigam eine recht aufwendige, aber auch lustige Suchaktion einbringt ...

Doch woher kommt eigentlich der Brauch der Brautentführung? Welcher Tradition entstammt es, die junge Ehefrau zu entführen und nur gegen eine gewisse Ablöse wieder freizugeben? Diesen Fragen haben wir uns gestellt und uns auf die Suche nach den historischen Hintergründen der Brautentführung gemacht.

Die meisten Experten führen die Brautentführung – wie sie Deutschland üblich ist – auf die so genannte „Brautverziehung“ im längst vergangenen Mittelalter zurück. Damals lag das Recht auf die erste Nacht mit der Braut in vielen Regionen bei den „zuständigen“ Adeligen, wenn Leibeigene oder auch andere relativ rechtlose Untertanen heirateten. Der jeweilige Herrscher lies die Braut entführen oder tat das höchstselbst, verbrachte die Nacht mit ihr und gab das arme Mädchen erst am nächsten Tage an den rechtmäßigen Ehemann zurück.

Den Trauzeugen fiel zu dieser Zeit oft die Aufgabe zu, die Braut vor diesem Missbrauch zu schützen - ganz anders als beim heutigen Brautenführungsbrauch. Hier gehören die Trauzeuge meist zu den Entführern und organisieren den anschließenden, obligatorischen Zug durch die diversen Kneipen, in denen der arme Bräutigam suchen und anschließend die Zeche bezahlen muss ...
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