
Es gibt den Brauch zwei Orakelbohnen mit in die Hochzeitstorte einzubacken. Dabei handelt es sich um eine gebrannte und eine ungebrannte Kaffeebohne. Es heißt, dass sich der Gast, der auf die gebrannte Kaffeebohne in seinem Kuchenstück stößt, sich als Nächster verlobt. Der Gast jedoch, der die ungebrannte Kaffeebohne in seinem Kuchen findet, soll für den Rest seines Lebens alleine bleiben.
Bekannter und verbreiteter als der Brauch mit den Orakelbohnen ist der gemeinsame Anschnitt der Hochzeitstorte durch das Brautpaar. Das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte steht symbolisch dafür, dass das Paar beabsichtigt in Zukunft gemeinsam zu handeln. Geübte Gäste beachten dabei die Hände der Brautleute: Traditionell ist es meistens so, dass der Bräutigam seine Hand beim Anschneiden der Torte über die Hand der Braut legt, wodurch er symbolisch klarstellt, dass er das Sagen hat und die künftige Richtung angibt. Die Braut jedoch führt das Messer und lenkt die Geschicke so quasi im Verborgenen.
Das erste Stück der Hochzeitstorte gebührt dem Brautpaar, das sich damit meist gegenseitig füttern. Auch diese Geste hat eine symbolische Bedeutung und bringt um Ausdruck, dass das Paar in Zukunft füreinander sorgen will.
Viele Paare schneiden die oberste Etage der Hochzeitstorte nicht an, sondern frieren dieses Stück ein. Manche heben sich diesen Kuchen für die Geburt/Taufe des ersten Kindes auf, andere genießen die süßen Erinnerungen am ersten Hochzeitstag. - Die oberste Etage gleich am Tage der Hochzeit zu verzehren, soll nämlich der Legende nach Unglück bringen.