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Polterabend
Wie der Junggesellenabschied findet der Polterabend ebenfalls vor der Hochzeit statt und steht auch für das Ende des bisherigen Lebensabschnitts. Der Polterabend wird in der Regel deutlich rustikaler beispielsweise mit Grillwürstchen oder einer Gulaschsuppe statt eines festlichen Menüs gefeiert. Oft wird zu diesem Anlass auch gar kein Essen gereicht, sondern lediglich viel getrunken. Je nach Anzahl der zu erwartenden Gäste und Größe des eigenen Grundstücks wird der Polterabend meist im eigenen Garten oder in der Garage und/oder Einfahrt gefeiert.

Das „Poltern“ vor der Hochzeit wird bereits seit dem frühen 16. Jahrhundert begangen. Dabei wurde damals viel Krawall und Krach veranstaltet, um böse Geister und negative Einflüsse vom Brautpaar fernzuhalten. Freunde und Bekannte zogen durch die Straßen und erzeugten mit Stöcken und Peitschen einen Höllenlärm. Da diese Vorgehensweise doch sehr belästigend für die Anwohner war – das Poltern wurde in manchen Regionen sogar per Dekret verboten – bürgerte sich mehr und mehr der Polterabend in geschlossenen Räumen ein. Zur Lärmerzeugung beschränkte man sich dann auf das Zerschlagen von Porzellan-, Keramik- und Tongeschirr. Zerschlagenes Geschirr galt und gilt als Symbol für Glück und reiche Nachkommenschaft.

Das Zerschlagen von Geschirr und Porzellan ist heutzutage oft noch fester Bestandteil des Polterabends. Ebenso wie das gemeinsame Aufkehren der Scherben durch das Brautpaar, was als Symbol dafür stehen soll, dass es in Zukunft alles gemeinsam anpacken wird. Kehrt der Bräutigam allerdings alleine die Scherben auf, soll dieses zum Ausdruck bringen, dass er jetzt zum letzten Mal den Besen in die Hand nimmt.

Falls Sie nicht wollen, dass auf Ihrem Polterabend „richtig gepoltert“ wird, sollten Sie dieses gleich mit der Einladung erwähnen. In diesem Zusammenhang ist es in ländlichen Regionen oft so, dass nicht extra zum Polterabend geladen wird. Wer das Brautpaar kennt, der kommt einfach vorbei. Der Termin für den Polterabend verbreitet sich von alleine sehr schnell. Übrigens, eine Zeitlang war es ein regelrechter Sport sämtliche Polterabende in der näheren Umgebung zu besuchen und zwar unabhängig davon, ob einem das Brautpaar bekannt war oder nicht. Zusätzlich kennt man auf dem Land neben dem Zerschlagen von Geschirr auch noch einen weiteren Brauch zum Polterabend. – Freunde oder Nachbarn des Brautpaares reisen zum Polterabend mit einem Heugebläse und Papierschnipseln an und verwandeln damit den Hof des Paares in eine weiße Landschaft. In der Regel braucht das Brautpaar dabei jedoch nicht in Panik auszubrechen, da die Nachbarschaft am nächsten Tag im Austausch gegen das ein oder andere Bierchen zum Aufräumen anrückt.

Traditionsgemäß sollte der Polterabend am Vorabend der Hochzeit stattfinden. Nur bedeutet dieses in der Praxis für das Brautpaar zwei Festtage mit viel Stress hintereinander, deshalb gehen immer mehr Brautleute dazu über den Polterabend einige Tage bis eine Woche vor der Hochzeit zu veranstalten.